Schalker Jahresabschluss 2012

Der Jahresabschluss 2012 des FC Schalke 04 liegt vor und mit ihm ein Konzernbericht im Hochglanzformat, der uns nicht nur Zahlen, Daten und Fakten liefert, sondern uns auch sagt, wie der Jahresabschluss zu deuten ist: Es wurden die „Handlungsspielräume vergrößert!“ Die Finanzverbindlichkeiten konnten „in den vergangenen zwölf Monaten um weitere 12 Millionen Euro auf nunmehr 173 Millionen. Euro gesenkt werden“. Gleichzeitig wurde mit „190,8 Millionen Euro der zweithöchste Umsatz der Vereinsgeschichte“ erzielt. Der Umsatzrückgang von 33,4 Millionen Euro erklärt sich, nach Vereinsangaben, zum Großteil durch einen bewussten Verzicht auf Transfererlöse. Lediglich „der Verzicht auf einen Sommertransfer im deutlichen zweistelligen Millionen-Bereich“ führte letztlich zu einem „negativen Ergebnis des Konzerns in Höhe von 8,9 Millionen Euro“. Schuld sei weiterhin auch das kaputte Stadiondach. Ansonsten ist da noch „der erneute Rückgang der Zinsaufwendungen“, der den „eingeschlagenen Weg der wirtschaftlichen Konsolidierung“ unterstreicht. Es stellt sich uns nun die Frage, ob wirklich alles so blau-weiß ist wie im Konzernbericht glaubhaft versichert wird.27-03-2012

Kritikpunkt 1: Verlust trotz zweithöchstem Umsatz der Vereinsgeschichte

Das Geschäftsjahr 2012 war ein international erfolgreiches Jahr für unseren Club. Sowohl das Erreichen des Viertelfinales der Europa League, als auch sechs Spieltage in der Champions League, stehen zu Buche. Viel mehr geht da nicht. Der Konzernumsatz betrug 190,8 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr (224,2 Millionen Euro) einen deutlichen Rückgang bedeutet. Hier gilt es anzumerken, dass der höhere Vorjahresumsatz größtenteils lediglich durch den Transfer von Torhüter Manuel Neuer zu Bayern München erzielt wurde. Trotzdem gehört Schalke 04 damit immer noch zu den 15 umsatzstärksten Fußballclubs der Welt (!). Bei den einzelnen Einnahmen fällt auf, dass die Sponsoringerlöse gesteigert werden konnten. Geringer fielen die Erlöse bei den Veranstaltungen und die Transfererlöse aus. Wegen der geringeren Anzahl an Veranstaltungen sank der Materialaufwand entsprechend. Erschreckend ist, dass wir am Ende des Jahres einen Verlust gemacht haben. Unser Verein hat weniger an Einnahmen erhalten, als er an Ausgaben geleistet hat. Zieht man von allen Einnahmen die gesamten Ausgaben ab, so erhält man den Gewinn - oder wie in unserem Fall den Verlust - von rund 8 Millionen Euro (im Vorjahr war es noch ein Gewinn von 4,9 Millionen Euro). Erklärt wird dies vom Vorstand mit den nicht eingeplanten Aufwendungen in Höhe von 6,6 Millionen Euro für die Sanierung des Daches der Arena. Zwar richtig, aber auch ohne diese Maßnahme hätte es 2,5 Millionen Miese gegeben. Was verwundert ist, dass hierfür keine Rücklagen gebildet worden sind (nicht gestellt sei die Frage nach einer entsprechenden ERGO-Versicherung). Es ist doch bekannt, dass bei einer multifunktionalen Veranstaltungshalle immer wieder Modernisierungen durchgeführt werden müssen. Was ist wenn die Rasenschublade oder große Teile der Technik veraltet sind; schließt dann der Verein auch wieder mit einem Verlust ab?

31-03-2012

Kritikpunkt 2: Hohe Personalkosten

Beim Personalaufwand hat sich nicht viel verändert, zumindest nicht zum Positiven. Die Konzernausgaben für alle Mitarbeiter lagen 2012 bei 98,5 Millionen Euro (!!!). Im Vergleich zum Rekord-Vorjahresniveau sind diese lediglich um kümmerliche 1,4 Millionen Euro gesunken, was angesichts durchaus anderslautender Ankündigungen schlicht als mangelhaft bezeichnet werden darf.Den größten Anteil daran verschlang natürlich der Lizenzspielerbereich mit allen Profis und dem Trainerstab sowie dem Vorstand (ebenfalls mehrere Millionen Euro). Die Kosten für die Lizenzspielerabteilung belaufen sich nach Vorstandsangaben auf rund 86,5 Millionen Euro. Noch vor wenigen Jahren lagen diese Kosten bei rund 70 Millionen Euro (2009). Mehr als die Hälfte der Umsatzerlöse werden für Personal ausgegeben: ein absoluter Spitzenwert in der Bundesliga (der Durchschnitt liegt hier nur bei knapp 40 Prozent). Zwar sind dies, so wird zumindest argumentiert, teilweise noch immer die langfristigen Folgen der Magath-Herrschaft (nicht zu vergessen: was machte damals eigentlich der Aufsichtsrat?), aber so richtig erfolgreich war der Verein hier noch nicht. Der Vorstand hofft, dass der vollständige Effekt aus der Verringerung des Kaders sich aufgrund von Vertragsauflösungen und Abfindungszahlungen in 2013 auf die Ertragslage auswirken wird. Es sind mittlerweile zwar weniger Spieler in unserem Kader, aber der Verein zahlt wohl immer noch einen größeren Teil der Gehälter von Spielern, die nur ausgeliehen sind. Gleichzeitig zeigen die Gehaltsverhandlungen und Vertragsverlängerungen der vergangenen Monate, dass dieses Thema uns noch länger beschäftigen wird.

Kritikpunkt 3: Schuldenstand

Immer wieder gerne gebraucht im Geschäftsbericht: die Finanzverbindlichkeiten. Nach Vereinsangaben lagen diese zum Jahresende 2012 bei 173,1 Millionen Euro und wurden im Vergleich zum Vorjahr (184,8 Millionen Euro) um 11,7 Millionen Euro reduziert. ABER: die Finanzverbindlichkeiten sind nicht alle Schulden des Vereins. Hinzugezählt werden müssen auch die Rückstellungen und die Rechnungsabgrenzungsposten. Und somit kommt man auf einen Gesamtschuldenstand von gut 250 Millionen Euro. Schon ein Wort!!! Trotz der Höhe gibt es aber auch etwas Positives und das ist die Entwicklung. Vor einem Jahr lagen die Schulden noch um rund 14 Millionen Euro und im Jahr 2009 sogar um fast 50 Millionen Euro höher. Sinkende Schulden bedeuten eine leicht zurückgehende Zinsbelastung, was ja auch nicht schlecht ist. Da hat unser Vorstand schon was geleistet! Die Schattenseite des Ganzen ist, dass für den Schuldenabbau massiv gespart wird und wir im gleichen Zeitraum (abschreibungsbedingt) rund 40 Millionen Euro an Vermögenswerte verloren haben. Investitionen finden fast gar nicht mehr statt. Was sich der Vorstand endlich mal schenken sollte, ist die alljährliche Prognose über das „schuldenfrei“. Diesmal sieht das Peter Peters für das Jahr 2022 oder 2023 erreicht. Vor Jahren war es sein Vorgänger Schnusenberg, der 2008 verkündete, 2015 sei die Arena abbezahlt und Schalke „werde im Geld schwimmen“.

Kritikpunkt 4: Negatives Eigenkapital

Und dann gibt es immer noch diese „schönen“ Geschichten, wenn wieder einmal die Schuldenhöhe kritisiert wird. Sogleich verweist der Vorstand darauf, dass ja den Schulden auch ein Vermögen (Beispiel: Arena) gegenübersteht. Hinzu kommen die stillen Reserven in Form der Spieler. Viel wichtiger als die Interpretation der Bilanzzahlen sind aber zunächst einmal die Fakten: In der Konzernbilanz unseres Vereines gibt es den erschreckenden „nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag“ in Höhe von knapp 76 Millionen Euro. Dieses Negativkapital ist um weitere 9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Schon per Jahresende 2010 lag dieser Wert bei knapp 72 Millionen Euro. Da das deutsche Bilanzrecht recht transparent ist, bleibt es dabei: Wir haben mehr Schulden als Vermögen! Alles andere ist Wunschtraum!

Cartoon 31 - 2012

 

Fazit

Müssen wir uns Sorgen um den Verein machen oder gibt die Bilanz 2012 Anlass zur Freude? Die Lage war wirtschaftlich schon schlechter, aber es bleibt noch sehr viel zu tun, vor allem was die Ausgabenseite betrifft. Egal was uns immer wieder erzählt wird, es bleibt dabei: Wir haben kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem!!! Wenn ein sportlich so erfolgreiches Jahr nicht ausreicht, um eine ausgeglichene Bilanz vorzulegen und zumindest eine schwarze Null zu schreiben, dann stimmen die Strukturen wohl nicht.

 

"Einige Passagen dieses Artikel sind dem Blog „Sind schwarze Löcher in Wirklichkeit königsblau?“ von Susanne Blondundblau auf www.fankultur.com entnommen. Das vollständige Original findet Ihr hier: http://www.fankultur.com/blog/kurvenstar04/item/1383-schwarze-loecher-in-koenigsblau-die-schalker-konzernbilanz-2012"

 

 

Glückauf und Helau liebe Supps und Schalkemitglieder,

bei den meisten von euch dürfte, wenn nicht schon geschehen, spätestens heute die aktuelle Mitgliederausgabe des Vereinsmagazines "Schalker Kreisels" im Postkasten liegen. Und nicht wenige von euch haben sich, ob der skurrilen Ankündigungen zur diesjährigen "Jaheshauptversammlung" am 29. Juni (wobei wir immer noch zur Mitgliederversammlung einladen sollten), in den vergangenen 24 Stunden schon schwer gewundert. Da ist von einem "Erlebnistag" die Rede, einem "Familientag" mit vielen Höhepunkten, Überraschungen und einer "Musical-Showeinlage". Wobei, wenn wir ehrlich sind, eigentlich wundert einen mittlerweile ja schon fast gar nichts mehr...

Auf ein Wort
Nein, selbstverständlich kann niemand etwas dagegen haben, dass die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 ausnahmsweise einnmal von mehr als den üblichen 3000 bis 3500 Mitgliedern besucht werden soll. Warum dem im Übrigen so ist, warum sich in den vergangenen zehn Jahren knapp 100.000 Mitglieder dem geilsten Club der Welt angeschlossen haben, ohne sich aktiv am Vereinschgeschehen - sprich dem Besuch der MV - zu beteiligen, ist eine andere Überlegung wert.

Nein, auch der durchschaubare Schachzug, durch höhere Teilnahme die durchaus berechtigten, kritischen Fragen und Themen nicht in den Vordergrund rücken zu lassen, die anstehenden Wahlen und Entlastungen auf eine breitere Basis zu stellen, überrascht niemanden. Das ist legitim, passt vor allem aber auch exakt zum dem, was bereits in den vergangenen Jahren - teils plump und billig inszeniert - passiert ist, das war für dieses Jahr auch nichts anders zu erwarten. Gleichzeitig ist dies aber auch eine riesige Chance, eine breite Masse an Vereinsmitgliedern mit sachlichen und inhaltlichen Redebeiträgen und Argumenten - das kann und darf sich dann gerne auch bis spät in den Abend ziehen - für die entsprechenden Themen zu sensibilisieren, sie zu überzeugen. Nein, das ist soweit alles in Ordnung.

Aus dem obersten Beschlussorgan des Vereins allerdings eine Art bunten Familientag zu machen, mit Musical-Einlagen und was nicht allem, das überschreitet dann doch für viele eine Grenze, wir sind doch kein Karnevalsverein! Eine Mitgliederversammlung ist die wichtigste Zusammenkunft eines jeden Vereines und kein "Event," hat mit Kasperletheater oder Kirmes nichts zu tun. Oder sind wir mittlerweile gar nur noch ein Karnevalsverein? Eine Mitgliedschaft, insbesondere das Wahlrecht bei der MV, muss sehr Ernst genommen werden und nicht durch ein buntes Rahmenprogramm zu einem Zirkus verkommen. Oder gibt es demnächst bei uns nur noch "Helau & Alaaf" anstatt "Glückauf"?

Schalke, wir leben Dich? Nein, Schalke, wir schämen uns!

Was folgt denn noch an weiteren "Überraschungen"? Dieter Bohlen als Versammlunsgleiter? Eine große Choreo mit ausgelassener Pyroschow der 04 vordersten Reihen? Hüpfburg und Kinderschminken? Eine Aufteilung des Wahlrechts zwischen Mann und Frau? Werden die Kanidaten Jobst, Peters und Tönnies zum Recall eingeladen? Ist eine Kostümierung ausdrücklich erwünscht? Wird der russische Präsident W. Putin bei den letzten Akkorden von "We will Rock you" (vom Aufsichtsrat getrommelt) aus der Musical-Torte springen und uns als neues Ehrenmitglied präsentiert? Ein Viagogo-Stand, bei dem alle gerade erst erworbenen Tickets sofort mit 100% Aufschlag weiterveräußert werden können? Wundert es eigentlich irgendjemanden noch, warum Schalke 04 tief in den roten Zahlen steht, wenn man mit einer solchen "Ernsthaftigkeit" seine Aufgaben angeht? Eigentlich bleibt nur eine Schlussfolgerung zu ziehen: SIE verstehen Schalke nicht!

Schalke war für die Menschen schon immer mehr als nur ein Club, Schalke ist ein fester Bestandteil ihres Lebens, ihrer Seele, ihrer Identität. Man sucht sich Schalke nicht aus wie einen Pudding an der Kühltheke, sondern Schalke sucht sich einen aus. Du hast da keine Chance, Du hast es Dir nicht ausgesucht, aber doch ist es ein Teil von Dir, sowie Deine Mutter und Dein Vater ebenfalls ein Teil von Dir sind. "Schalker wird man nicht, Schalker ist man" hat Charly Neumann einst gesagt, doch wer von unseren Verantwortlichen kennt dieses Gefühl überhaupt noch? Wir schimpfen uns "Kumpel- und Malocherclub", lassen dazu keine Gelegenheit aus, Hochglanzprospekte und Werbebroschüren werden damit zugepflastert. Die Menschen allerdings, die Kumpel und Malocher, Eure Großeltern und Urgroßeltern, diejenigen die diesen Verein einst gründeten, ihm eine Seele, ihm einen Sinn gaben, einen Verein schufen, der Generationen von Menschen hier Stolz und Selbstwertgefühl gegeben hat, Generationen von Menschen zusammenwachsen ließ, sie würden sich bei Ankündigung einer solchen Veranstaltung schämen. Szepan und Kuzorra würden sich schämen. "Was habt ihr nur aus unserem Verein gemacht" würden sie fragen? Mit solchen Zirkusveranstaltungen verhöhnen wir unsere Vorfahren und spucken ihnen dabei gleichzeitig auch noch ins Gesicht!

Schalke ist kein Event, Schalke ist nicht Kirmes, Zirkus oder Karneval, kein Phantasialand oder Traumlandpark. Das ist es mittlerweile an den Spieltagen, damit kommen wir klar - aber Schalke ist in seinem Kern mehr als Fußball. Schalke hat Generationen von Menschen gepägt, ihnen Hoffnung und Lebensfreude geschenkt, das Selbstwertgefühl und das Selbstbewußtsein gesteigert - damit macht man ab einem gewissen Punkt keinen Spaß mehr! Wer das nicht versteht, wer das nicht verstanden hat, wer aus dem Erbe unserer Vorfahren, wer aus dem wichtigsten Vereinsorgan eine unwürdige Veranstaltung mit Kirmescharakter macht, der lebt Schalke nicht und der hat Schalke auch nicht verstanden!

Vereinsfamilie am 29.06.2013 - JA
Familientag am 29.06.2013 - NEIN

Wir empfehlen an dieser Stelle dazu noch die "ATTACKE" unserer Freunde von der Schalker Fan-Initiative (Schalker gegen Rassismus): http://schalke-unser.de/?p=960

Euer Supportersclub e.V.

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Einmal im Jahr

ist Kirmes auf Schalke...

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Rudi und die Sache mit dem Schnee

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SFCV-Versammlung Bezirk 1

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Glückauf liebe SCler,

morgen, am 25.04.13, findet die Versammlung des Bezirks 1 des SFCV
statt. Start ist um 19.04 Uhr in den Räumlichkeiten des SFCV-Clubheims.
Wer Lust und Laune hat, kann mich gerne zu dieser Veranstaltung begleiten (ist ja schließlich "unser" Bezirk), die Versammlung ist "offen" für alle.

Wenn ihr "brennende" Fragen (in Sachen SFCV) habt die euch auf den Nägel brennen, dann könnt ihr mir diese bis morgen per Mail (oschi@supportersclub.de) gerne zukommen lassen, ich werde sie dann dort stellvertretend für euch stellen. Bericht im Anschluss folgt.

Glückauf, Oschi

Kartenpreisentwicklung seit 2005/06

Die folgenden Grafiken zeigen die Kartenpreisentwicklung seit der Saison 2005/06 im Ligavergleich.
Vielen Dank, Matthias Berghöfer (Quelle: Facebook ;-))

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Juchuu, ein Freundschaftspiel!

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Busfahrt: SG Eintracht Frankfurt AG – FC Schalke 04 e.V.

Abfahrt ab GE / ANNO 1904 um 10:04 Uhr.
Fahrtpreis: SC-Mitglieder 32€ (ansonsten 35€)

Anmeldungen an oli4@supportersclub.de

Es sind KEINE Eintrittskarten vorhanden!!!

 

ViaNOgo

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Stellungnahme – Die zukünftige Rolle des Supporters Clubs im SFCV

Eines vorweg: Der Supporters Club e.V., mit seinen 1000 Mitgliedern die größte Fanorganisation innerhalb des Schalker Fan-Club Verbandes (SFCV), steht grundsätzlich hinter der Struktur des SFCV, sowie sie sich in den vergangenen 35 Jahren etabliert und größtenteils auch bewährt hat. Das betrifft im Kern die aktuelle Satzung und somit auch die klassische Einteilung bzw. Gliederung des SFCV in Bezirke, vertreten durch Bezirksleiter. Der SFCV ist in unseren Augen so etwas wie der „kleinste gemeinsame Nenner“ aller Schalke-Fans/ Fan-Clubs.

Allerdings stellen wir seit längerer Zeit mit großem Bedauern fest, dass die derzeitige Politik der Verbandsführung einen Grossteil unserer Mitglieder nicht mehr mitnimmt und deren Meinungen und Interessen nicht mehr authentisch wiederspiegelt. Die gefühlte Tatenlosigkeit mit der man mit anzuschauen scheint, wie die Schalker Fanszene in ihre Einzelteile zerfällt und in Streitigkeiten versinkt, muss entweder als völlige Ohnmacht und Kapitulation oder als klassische „Laissez-Faire-Politik“ bezeichnet werden. Somit trägt auch die SFCV-Politik eine nicht unbedeutende, zumindest moralische, Verantwortung für die derzeitige Situation mit, spaltet sie doch mehr denn zu einen. Wir als Supporters Club kritisieren diese Haltung und wollen und werden nicht länger tatenlos dabei zuschauen, wie tatenlos zugeschaut wird.

Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten sehr wohl auch wahrgenommen, dass eine Art Aufbruch- bzw. Umbruchstimmung an der Basis des SFCV vorhanden ist. Immer mehr Mitglieder, Fans, Fan-Clubs sowie auch Bezirksleiter haben das Bedürfnis, sich in einer moderneren und authentischen Fanvertretung wiederzufinden. Einer Fanvertretung, die von unten herauf die Interessen vertritt und nicht von oben herab die Interesse durchdrückt.

Sicherlich liegt es auch im Interesse des FC Schalke 04, einen offenen und kritischen Austausch bei den entsprechenden Themen mit Fans und Fanvertretern im angemessenen Rahmen zu pflegen, der bei allen Streitigkeiten und Differenzen am Ende eines Prozesses auch zu, für alle, tragbaren Kompromissen führt. Es muss endlich aufhören, dass das Austragen von vereinspolitischen Meinungsverschiedenheiten auf Schalke, im Übrigen immer zu Lasten des Vereines selbst, im Stadion oder im Vereinsumfeld stattfindet.

Wir sehen zu unserem großen Bedauern allerdings auch, dass dieser keimende Reformwille nicht überall in den Verbandsgremien auch auf fruchtbaren Boden fällt. Wir haben uns daher gestern im Rahmen einer Mitgliederversammlung dazu entschieden, die weitere Entwicklung im SFCV bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung des SC Ende Mai / Anfang Juni 2013 zu beobachten, um dort dann unsere Mitglieder eine Entscheidung über den weiteren Verbleib im SFCV fällen zu lassen. Strukturelle, sowie auch personelle Änderungen müssen unserer Ansicht nach vollzogen werden, um nachhaltig und ehrlich einen neuen Kurs in der Vereinspolitik zu fahren. Selbstverständlich sind wir selbst als Erste dazu bereit – wenn denn gewünscht - an einem „neuen SFCV“ aktiv mitzuarbeiten und ihn mitzugestalten.

Sollte in den kommenden drei - vier Monaten allerdings keinerlei gravierende Kurskorrektur erkennbar sein, so wird – wie schon die UGE – auch der SC das gemeinsame Haus in diesem Sommer absehbar verlassen, um mit zahlreichen anderen Freunden und Weggefährten, vielleicht auch mit Euch, ein neues Gebäude der Schalker Fanvertretung zu errichten.

Was wir uns von einem „neuen SFCV“ für uns alle wünschen, sollte größtenteils eigentlich selbstverständlich sein, wir heben trotzdem einige unserer wesentlichen Punkte noch einmal hervor:

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Wir wünschen uns eine strickte und für jeden nachvollziehbare Trennung zwischen Fanabteilung/S04 und SFCV. Diese Trennung bezieht sich, unter anderem, auch auf agierende Personenkreise sowie den Einsatz der vorhandenen Medien (Internetauftritt, Vereinsmagazin etc.) Diese Trennung muss für jeden transparent und verständlich sein.

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Wir wünschen uns eine völlig Unabhängigkeit und Eigenständigkeit des SFCV, glasklare Positionierungen zu vereinspolitischen oder fanrelevanten Themen, eine geradlinige und authentische Fanvertretung. Es muss endlich einmal ein eigenes Profil, eine eigene Identität erkennbar werden. Es muss Schluss sein mit dem „Schnulli-Bulli-Kurs“.

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Fanvertretung und Vereinspolitik verläuft von „unten nach oben“ und nicht umgekehrt.

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Wir wünschen uns, dass der SFCV alle Schalker mitnimmt, allen Schalkern ein Heim bietet und erwarten daher, dass alles nur erdenklich Mögliche unternommen wird, um eine weitere Zersplitterung der Fanszene nicht voranschreiten zu lassen.

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Wir haben vom ersten Tag an der Implementierung einer Fanabteilung auf Schalke positiv gegenüber gestanden, sowie auch das komplette Outsourcing aller Dienstleistungen vom SFCV zum S04 hin begrüßt und unterstützt. Grundgedanke dieser Maßnahme war es, sich voll und ganz wieder den Fans und der Vereinspolitik widmen zu wollen. Wir wünschen uns nun, dass den Worten nun endlich auch konsequent – in allen Bereichen - Taten folgen.

Der Patient SFCV, wer es noch nicht erkannt hat, ist unserer Ansicht nach krank. Es bedarf nun schnellstens neuer Impulse und frischer Bluttransfusionen, es Bedarf klarer Therapien und Heilverfahren um ihn wieder gesund zu bekommen. In unser aller Sinne. Wir brauchen auf Schalke auch zukünftig nur einen Ansprechpartner, der auf entsprechender Plattform im Sinne der Fans die entscheidenden Themen, auch die unangenehmen, mit dem Mutterverein vernünftig und sachlich diskutiert. Man wird dabei nicht immer einer Meinung sein, aber das muss einer der zehn größten Fußballvereine der Welt, der sich seiner vielfältigen und kunterbunte Fanszene rühmt, aushalten können. Dieser Tatsache muss sich auch der SFCV bewusst werden!

Wir appellieren daher an alle Fans, Fan-Clubs, Bezirke – an alle Schalker: Solltet Ihr auch unserer Meinung sein und dringenden Handlungsbedarf sehen, dann verschafft euren Gedanken bitte Luft. Wir als SC können nur noch einmal wiederholen, dass wir hinter dem Konstrukt SFCV stehen, wir uns darin allerdings auch wiederfinden wollen und müssen und gerade dies uns derzeit schwer fällt. Entsprechende Änderungen und Kurskorrekturen sind dringend notwendig. Der SFCV muss endlich auch mal wieder agieren statt immer nur zu reagieren, muss wieder „sexy“ und attraktiv werden – auch und gerade für unseren Nachwuchs, für unsere jüngeren Schalker.

Wir wollen nicht aus unserem gemeinsamen Hause ausziehen, sollten wir jedoch keine Alternativen mehr dazu sehen, werden wir dies in der Sommerpause tun und eine neue Bleibe für alle mitbauen. Dies sind wir, soviel wurde gestern deutlich, unseren eigenen Mitgliedern schuldig - denn diese haben uns gewählt, diese haben uns ihr Vertrauen geschenkt, diese sind unzufrieden und teilweise auch desillusioniert, das nehmen wir ernst.

Es liegt nun weniger an uns, sondern vielmehr am SFCV selbst, ob es gemeinsam in eine gute – vielleicht sogar in eine bessere Zukunft geht, oder ob sich an dieser Stelle die Wege trennen.

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